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Ein Apothekenbesuch: Chinesische Medizin in Denpasar auf Bali

Ein Erfahrungsbericht über den Besuch einer Apotheke der Chinesischen Medizin in Denpasar.

Denpasar, Bali. Es hatte etwas von Magie als wir zu dritt die Apotheke betraten. Nicht die, die wir sonst besuchten da sie geschlossen war, sondern die direkt nebenan:

Die Dame hinter dem Verkaufsladen schaute verdutzt auf die chinesischen Zeichen auf dem Zettel, rief etwas als kurz darauf ein alter Chinese gemach aus dem Hinterraum trat und die Notiz übernahm. Während er die Mengenangaben ins Indonesische übersetzte und diktierte, wog und platzierte die Frau Pilze, Safran und andere undefinierbare Dinge in fünf Portionen auf der Ladentheke. Das Rezept war für meine Freundin Amanda. Das Ziel: einen Sud kochen und als Tee trinken. Ein starker Geruch von Gewürzen füllte die Luft.

Obat Batuk Ibu dan Anak

Im Zeitalter des Internets gibt zwar es eine riesige Informationsflut, aber sowohl Information als auch Wissen sind gesteuert, verschleiert und gehen verloren. Ich habe keine Erfahrung mit chinesischer Heilkunst.

Manchmal benutze ich lediglich eine Mutter-Kind-Hustenmedizin (Obat Batuk Cap Ibu dan Anak, siehe Titelbild), rotes Desinfektionsmittel (Thieh Ta Yao Gin) für Wundbehandlungen und „Po Chai“, das gegen Fieber, Durchfall, Völlegefühl und Übelkeit hilft. Die Medikamente wirken Wunder, aber das Geheimnis – sprich die Theorie und Praxis der chinesischen Medizin, habe ich nie kennengelernt. Dennoch habe ich instinktiv das Gefühl in mir, dass diese alte Wissenschaft zurecht international anerkannt ist und dann weiterhilft, wenn es die kommerzielle Behandlungstherapie nicht mehr schafft.

KIM WONG: „Wenn du möchtest kann ich dir das weg massieren, tut aber weh!“
ICH: „Und was passiert danach?“
KIM WONG: „Du wirst 3 Tage lang Medizin für deine Blutzirkulation nehmen.“

chinesische-medizin-bali
Ohne fundiertes Hintergrundwissen also habe ich mich diesem Experiment hingegeben. Ich dachte der alte Chinese wollte in erster Linie seine Medizin verkaufen, als er mich fragte ob er mal meinen Arm anfassen dürfte.
Er tastete meine rechte Armbeuge ab, drückte mit seinem Finger in sie und fragte mich wohlwissend das es weh tat, ob es mich an dieser Stelle schmerzen würde. Ich entgegnete ihm schelmisch: „Ja, wenn dort so fest hineingedrückt wird, dann bestimmt!“

Er nahm meinen linken Arm und wiederholte das Prozedere, doch dieser hingegen tat nicht weh. Als ich ihn fragte was die Ursache des Schmerzes sei, erklärte er mir, dass ich -so wie auch viele andere Menschen- einen Blutstau habe. Dieser verhindert die Blutzirkulation in die rechte Hand. Sicherlich vom vielem über dem Bildschirm hängen und von der Handytipperei, dachte ich still.

Der Preis von Medizin

Ich erfragte den Preis der Medikamente, fand es erschwinglich und sowieso war meine Neugier auf das Experiment bereits geweckt. Also folgte ich ihm bis zu seinem Sessel in den er sich sodann setzte und anfing meinen Arm zu behandeln.Und ja, es schmerzte. Seine Fingernägel bohrten sich in mein Fleisch, während er mich erwartungsvoll anschaute mit der Hoffnung mir den
Schmerz in meinem Gesicht ablesen zu können. Doch ich lächelte. Er massierte noch kräftiger, als ich ihm versicherte dass es weh täte. Dann schloss er die Augen, vermutlich um besser fühlen zu können.

Wie ein Knoten der sich plötzlich löste spürte ich in der Tat all mein Blut in die Hand bis zu den Fingerspitzen zurückfließen, oder war es so etwas wie Chi Energie? Who knows. Das Gefühl hielt jedenfalls noch circa zwei weitere Stunden an, bis ich es nicht mehr wahrnehmen konnte. Für einen Energieschub spricht folgendes:

Eigentlich waren wir bereits seit früh morgens unterwegs, hatten noch nichts gegessen und waren deshalb erschöpft. Nach dieser Aktion war meine Batterie wieder fast aufgeladen.

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Einen Tag später tat mein Arm zwar weh, aber er fühlte sich insgesamt besser an. Ich nahm die Medizin noch zwei Tage und brach die Kur dann ab. Es war ohnehin schon ein Experiment das sich für mich gelohnt hatte. Ein unvorhergesehenes Erlebnis das ich nicht gehabt hätte, wäre die andere Apotheke geöffnet gewesen.

 

Kim Wong (Herbalis)

Toko Obat „SANTOSA (PO ON)“

Jl. Gadja Mada No.67 • Denpasar – Bali

HP: +62 (0 )361 222812 • M: kimwong1168@gmail.com

Habt ihr bereits Erfahrungen mit chinesischer Medizin gemacht? Gibt es ein Medikament, dass in eurer Reiseapotheke nicht fehlen darf? Welches?


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